Nordost-Girl

Im Feng-Shui gibt es immer wieder Aha-Erlebnisse. Und diese gibt es nicht nur bei meinen Klienten sondern hin und wieder auch bei mir. Von Beginn der Ausbildung an, habe ich viel über die Zusammenhänge von Wohnung und Leben gelernt und dabei gleichzeitig auch viel über mich. Tagtäglich lerne ich in der Arbeit mit Klienten Neues dazu, denn auch wenn vieles eins zu eins ist wie aus dem Lehrbuch, ist es trotzdem spannend zu sehen, was das für die jeweiligen Klienten oder deren Kinder bedeutet.

 Was mich in der Ausbildung am meisten begeistert hat, sind die acht Trigramme. Auch hier habe ich durch Feng-Shui wieder dazugelernt und ich kann mir inzwischen viel besser verzeihen, falls Projekte länger brauchen, seit ich weiß, ich bin ein Nordost-Girl.

Ihr versteht den Zusammenhang nicht? Ich erkläre euch die acht Trigramme.

Die acht Trigramme sind zunächst mal einfach ausgedrückt die acht Himmelsrichtungen der Kompassrose. Norden, Nordosten, Osten, Südosten…

Nun ist es so, dass diesen Himmelsrichtungen im Feng-Shui klassischerweise Personen zugeordnet sind, das sind symbolische Personen, keine realen, sondern eine fiktive Familie mit Vater, Mutter und sechs Kindern. Diesen acht Personen, denen bereits die Himmelsrichtungen zugeordnet sind, werden ebenfalls Naturentsprechungen zugewiesen, da die Menschen im damaligen China einfach noch tiefer verbunden waren mit der Natur.

Und- jetzt der Clou, jeder dieser Himmelsrichtungen und damit Personen sind bestimmte Lebensbereiche zugeordnet, das ist bei den acht Trigrammen das Entscheidende. So steht z.B. der Norden für die Lebensreise oder die Karriere, der Osten für Gesundheit und Familie, der Süden für Ruhm und Anerkennung, der Westen für Kinder und Kreativität.

Jetzt kann man natürlich sagen, dass das ja aus dem Daoismus und aus China kommt und mit uns in Europa wenig zu tun hat, aber niemand kann sich freisprechen von Psychologie. Ich habe in meiner Arbeit wieder und wieder festgestellt, dass Menschen dazu neigen z.B. die Ecken vollzustellen oder zuzustellen, die in der Himmelsrichtung und damit in dem Bereich liegen, mit dem sie Schwierigkeiten haben. Umgekehrt- hängt man ein positives Symbol für den Lebensbereich in der damit assoziierten Himmelsrichtung auf, dann kann man schneller zum Erfolg in diesem Bereich kommen.

Während der Ausbildung haben wir es ungefähr so erklärt bekommen: Im Nordosten liegt das Trigramm Ken, der jüngste Sohn der Familie. Der Nordosten steht für die Aufnahme von Wissen. Ken hat die Naturentsprechung der Berg. Er ist der,  auf den sich seine Mutter immer verlassen kann, aber eben auch ein wenig unbeweglich. Er steht für Beständigkeit. Wenn man einen Nordost Eingang hat, geht weniger rein und weniger raus, und es ist manchmal einfach alles schwerer, so als ob man den sprichwörtlichen Berg vor der Haustür hätte, über den alles erstmal getragen werden muss. Was habe ich damals innerlich gelacht. Voll gut, was sich Leute nicht alles einbilden.

 Dann habe ich das erste mal Versucht für unsere neue Wohnung Möbel zu bestellen. Plötzlich war die Lieferzeit drei Monate länger als ursprünglich angedacht. Ich erhielt anfragen meiner Ärzte, da Rechnungen nicht zugestellt werden konnten, obwohl wir durchaus Post bekamen. Ich versuchte Handwerker zu bestellen, diese erschienen jedoch meist nicht, oder nach mehrfachen Aufforderungen.   Als ich zum wiederholten Mal mit heimischen Projekten scheiterte, sah ich mir beherzt nochmal den Grundriss an. Vielleicht musste nochmal der Energiefluss optimiert werden.  Wo lag mein Eingang? Nordost.

Ken, du elender Berg! Wegen dir dauert hier einfach alles deutlich länger und geht weniger leicht als geplant. Was fällt dir eigentlich ein? Aber dafür können wir unglaublich gut Lernen, uns weiterentwickeln und mit einem Berg vor der Haustür ist man immer geschützt. Wenn irgendwann all die Hürden überwunden sind, die energetisch vor unserem Eingang liegen, dann kann man auf die Erfolge und Errungenschaften umso stolzer sein, als wenn sofort alles wie am Schnürchen läuft. Denn man weiß was man gearbeitet hat, um sein Ziel zu erreichen und das macht das Erreichen des Ziels umso wertvoller! Ken: danke!